Warum sehen wir Farben?

Farben unterscheiden Essbares von Fressfeinden

Zweifellos ist schon die Schönheit der Farben Grund genug für das Farbsehen …

Die Evolution musste das Farbsehen sowieso entwickeln, weil die Einstrahlung des Lichts mit der Tageszeit variiert. Morgens und abends herrscht langwelliges rotes Licht, mittags kurzwelliges blaues Licht.

Dass wir die Welt in Farbe sehen, ist ein Produkt unseres trichromatischen Farbsehens, das wir den drei Zapfentypen in unseren Augen verdanken.

Farbsehen: Grundlage für einen konstanten Sinneseindruck

Ohne Farbsehen würden wir eine Kirsche morgens hell und Mittags dunkel sehen. Unreife Kirschen hingegen wären am Morgen dunkel und Mittags hell. Erst Farbe sorgt für einen konstanten Eindruck von den Dingen um uns herum.

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Ohne Farbe gäbe die Welt um uns herum kein Schwarzweißbild in konstanten Graustufen ab.

Schwarzweiß ist ein Kunstwerk

Wir würden eine Welt ohne Farben keinesfalls wie ein Schwarzweißfoto sehen. Wer noch mit der analogen Kamera Schwarzweiß fotografiert hat, weiß, dass stets Farbfilter die unterschiedlichen Farbtemperaturen ausgleichen mussten.

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Wie würden wir ohne Farbe zwischen Essbarem, Unreifem oder gar Giftigem unterscheiden? Und wie würden wir herausfinden, ob wir etwas Essbares vor uns haben oder gleich gefressen werden?

Erst die Schichten des analogen Films trennen die Farben in unterschiedliche Helligkeit, denn Rot und Grün haben z.B. dieselbe Helligkeit. Erst Farbfilter und hochentwickelte Schwarzweißfilme heben die roten Früchte von den grünen Blättern des Kirschbaums ab.

Das digitale Schwarzweiß – Graustufen

Farben gleicher Helligkeit würden ohne besondere Behandlung bei der Umwandlung in Schwarzweiß bzw. ein Graustufenbild in einem einheitlichen Grau erscheinen – nicht anders als bei einem Schwarzweißfilm ohne besondere Schichten zur Trennung der Farben.

Helligkeit, Buntton und Buntheit

Heute tragen die Bildbearbeitungsprogramme diesem Effekt Rechnung: Bei der Umwandlung von Farben in Schwarzweiß werten sie Farben unterschiedlich.

Graustufenbild = 0,3 · Rot + 0,59 · Grün + 0,11 · Blau

Diese Formel wird auch beim Farbfernsehsignal benutzt, um Schwarzweißfilme auf dem Farb-TV wiederzugeben. Sie nimmt Rücksicht auf die erhöhte Grünempfindlichkeit des menschlichen Auges, berücksichtigt aber nicht den Bildinhalt. Es gibt kein einfaches Rezept für die Umwandlung von Farbfotos in aussagekräftige Schwarz-Weiß-Graustufen.

Immer wieder lesen wir, dass das Rot-Grün-Farbensehen einen Vorteil durch die bessere Unterscheidung von reifen und unreifen Früchten und grünem Laubwerk brachte. Farbe bringt zusätzliche Schärfe und ein besseres Erkennen von Oberflächen. Allein auf der Basis von Hell und Dunkel fällt es schwer, Schatten von einem eigenständigen Objekt zu unterscheiden.

Youtube Primate Color Vision Craig Blackwell

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