Der L*a*b*-Farbraum

Jetzt beginnt das große Transformieren von einem Farbraum in den nächsten und wieder zurück. Alle diese Transformationen sind im Farbrechner des Color Management Systems integriert und alle Color Management Systeme berechnen die Transformationen auf demselben Satz von Formeln.

Die Transformationen rechnen vom CIE xyz in den CIE L*a*b*, vom XYZ- in den RGB-Farbraum, in HSI- oder HSL-Farbräume oder in die Farbräume für TV und Film.

Die Transformationen sind nicht unproblematisch – je nach Anwendung verlieren wir Farbinformationen z.B. durch Ungenauigkeiten und können zudem Farbinformationen nicht exakt umsetzen, weil der Zielfarbraum keine exakte Übernahme erlaubt (Farben schlichtweg nicht enthält).

Dann müssen wir uns Ersetzungsstrategien ausdenken, die sogen. „Rendering Intents“.

CIE L*a*b*

Das Lab-Farbmodell dient der geräteunabhängigen Beschreibung von Farben und hat die Form einer Kugel.

lab-farbmodell-kugel

Wir sehen kein Blau, wenn Gelb präsent ist und umgekehrt. In gleicher Weise sehen wir kein Rot, wenn Grün im Spiel ist. Die Darstellung der Farben auf diese Weise basiert auf unserem Verständnis, wie unsere Augen und unser Gehirn Farben verarbeiten.

Wie das Lab-Farbmodell funktioniert

Die vertikale L-Achse beschreibt die Helligkeit (Lightness). L* enthält die Helligkeitsinformationen und liegt in einem Wertebereich von 0 bis 100. 0% entspricht Schwarz und 100% Weiß, das vom Menschen empfundene mittlere Grau liegt in der Mitte bei L = 50.

Lab Farbmodell vereinfacht als Scheibe

Im CIE-Lab-Modell liegen alle Farbtöne gleicher Helligkeit auf einer kreisförmigen, flachen Ebene, auf der sich die a- und b-Achsen befinden. Die Farbinformationen a* und b* stellen die Farben zwischen Blau und Gelb bzw. zwischen Grün und Rot dar und haben Wertebereiche von -120 bis +120. Positive a-Werte sind rötlich, negative a-Werte grünlich, positive b-Werte gelblich und negative b-Werte bläulich. Am Umfang der Farbscheibe liegen die reinen Farbtöne mit hoher Sättigung. Nach innen nimmt die Sättigung bis zur Achse ab, dort ist sie Null (unbunt, grau). Komplementärfarben liegen einander gegenüber. Die Helligkeit ändert sich in vertikaler Richtung von 0 (Schwarz) bis 100 (Weiß).

Im fotografischen Bereich und in der Druckvorstufe nimmt die Bedeutung des Lab-Farbmodells ständig zu. Photoshop arbeitet intern im Lab-Modus und der Benutzer kann dieses Farbmodell auch verwenden - Anfängern wird davon aber unbedingt abgeraten. Bei der Umwandlung von Farb- in Graustufenbilder kann der Lab-Farbraum interessant sein, da nach dem Löschen der Farbkanäle a und b nur die Helligkeitsinformation L übrig bleibt.

http://www.farbmetrik-gall.de/cielab/index.html

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